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Das Kunstprojekt sans papiers – Das Leben ist eine Reise hat einen transdisziplinären Charakter und arbeitet mit Protagonist_innen zusammen, die auf unterschiedlichsten Ebenen eigene Erfahrungen mit dem Thema Migration und Flucht, mit „sans-papiers“ (also mit Menschen ohne Status und ohne offizielle Papiere und Dokumente) gemacht haben. Die zweijährige Projektreihe, initiiert und kuratiert von Simone Zaugg und Pfelder, manifestiert sich mit Ausstellungen, Interventionen, Vorträgen, Diskussionen, Dinner-Lectures, Lesungen und Interventionen im Projektraum Kurt-Kurt | Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit und kontextbezogen auch in Flüchtlingsunterkünften oder im öffentlichen Raum. Formal fokussiert das Vorhaben zudem künstlerische Positionen, die ohne das Medium Papier, also installativ, performativ, direkt auf die Wand, digital, mit Sound, Film u.a. arbeiten.

Die Ausstellungsreihe ist in drei Teilen konzipiert. Im Teil 1 werden ab Ende Mai 2016 Künstler_innen präsentiert, die in ihrer Biographie Erfahrungen mit Migration und Flucht gesammelt haben, die aber mittlerweile neue Wurzeln in Berlin geschlagen und sich in der Kunstszene Berlins etabliert haben oder in ihrem Schaffen alte und neue Identitäten, Heimaten und Lebensformen hinterfragen, kombinieren und künstlerisch apostrophieren.

Für Teil 2 werden Künstler_innen kontaktiert, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland angekommen sind und in diesem Sinne einerseits Flüchtlinge, andererseits aber auch neue Protagonist_innen auf dem Feld der deutschen Kunstszene sind. Sie kamen hier an, ohne Papiere, sans papiers, und ohne Werk. Schwerpunkt des zweiten Teils bilden deshalb drei Dinner-Lectures von neu angekommenen „sans papiers“ Künstler_innen, die sich und ihre Arbeit ab Januar 2017 einem breiteren Publikum vorstellen.

In Teil 3 werden ab Sommer 2017 drei Tandems von Berliner Künstler_innen und den drei in den Dinner-Lectures präsentierten Künstler_innen neue, situations- und ortsbezogene Projekte entwickeln, die mit den Kuratoren von Kurt-Kurt realisiert und in den Räumen von Kurt-Kurt, den Räumen von Kooperationspartnern oder im öffentlichen Raum präsentiert werden.

Nach den Erfahrungen des letzten Jahres als direkte Nachbarn des LAGeSos (Landesamt für Gesundheit und Soziales) an der Turmstraße will der Projektraum Kurt-Kurt dieser Situation auf einer künstlerischen Ebene begegnen und Wege, Potentiale, Chancen und die Notwendigkeit eines integrativen Diskurses über „unsere gemeinsame“ Sprache, die Sprache der Kunst, aufzeigen. Im Zentrum steht die Kunst, der künstlerische Dialog und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, damit Chancen und eventuell auch Risiken mit schon länger angekommenen und gerade erst ankommenden Protagonist_innen der Kunst erprobt, durchleuchtet, hinterfragt, bearbeitet und der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Das Projekt sans papiers – Das Leben ist eine Reise schafft Begegnungen, ermöglicht Zusammenarbeit und Austausch, setzt sich mit Möglichkeiten eines gesellschaftsverändernden Prozesses auseinander, stößt politische Debatten an, mit dem Ziel, die Aufteilung in «sie» und «wir» zu überwinden. Es entwickelt Strukturen zur Aneignung von Raum und Platz, Aneignung von gesellschaftlichen und künstlerischen Möglichkeiten und Aneignung von Strategien des Überlebens an einem neuen Ort.

Schauen, Denken, Sprechen und Arbeiten als eine gemeinschaftliche Erfahrung. Künstler und Besucher treffen im Projektraum Kurt-Kurt aufeinander, weil sie sich an Orten wie z.B. Damaskus, Aleppo oder Bagdad nicht mehr treffen können.


The art project, without papers – Life is a Journey, is transdisciplinary in approach and involves protagonists who have themselves experienced migration and flight at different levels, some of them also ‘without papers’. The two-year project, initiated and curated by Simone Zaugg and Pfelder, takes the form of exhibitions, lectures, discussions, dinner lectures, readings and interventions in the project space Kurt-Kurt | Art and Context in the City Lab Moabit, and contextually in refugee accommodation or in public spaces. In addition, the project focuses on artistic positions that do not rely on paper but on installation, performance, direct on the wall, digital, with sound, film, etc.

The series is conceived in three parts. In Part 1, from the end of May 2016 artists will be shown who have experienced migration and flight and who have since set down roots in Berlin and established themselves in the Berlin art scene, or artists who question, combine and artistically focus on old and new identities, homelands and ways of living.

In Part 2, artists will be contacted who have recently arrived in Germany and are in this sense both refugees and new protagonists within the german art scene. They have come without papers, sans papiers, and without work. This part consists of three dinner lectures from newly arrived ‘without papers’ artists who will present themselves and their work to a wider audience from January 2017.

Part 3 takes place from the summer of 2017 with three tandems consisting of the three dinner lecture artists and three Berlin artists who will develop new situations, and in this sense site-specific projects, with the curators of Kurt-Kurt which will be presented in the Kurt-Kurt rooms, in spaces from cooperation partners or in public spaces.

With the experience of being direct neighbours with LAGeSo (Landesamt für Gesundheit und Soziales) on Turmstraße for the last twelve months, the project pace Kurt-Kurt wants to connect with this situation on an artistic level and identify and present ways, potentialities, chances and the necessity for an integrated discussion about our ‘common language’, the language of art. Central to this is art, artistic dialogue and collaboration on an equal footing, so that chances and eventually also risks with long-established and recently arrived art protagonists are tested, examined, questioned, worked on and presented to the public.

The project, without papers – Life is a Journey, creates encounters, enables collaborations and exchanges, tackles the possibilities of society-changing processes, and activates political debates with the aim of overcoming the division into ‘us’ and ‘them’. It develops structures for the occupation of space and room, the acquisition of social and artistic possibilities and the adoption of survival strategies in a new place.

Looking, thinking, speaking and working as common experience. Artist and visitors meet in project space Kurt-Kurt because they can no longer meet each other in places like Damascus, Aleppo or Baghdad.